Roadtrip durch Schweden: Mobi direkt am Strand
Allgemein

Polizisten “ohne festen Wohnsitz”

By
on
26. Dezember 2017

Wie wir dir bereits erzählt haben, sind wir Polizisten in Schleswig-Holstein und wollen in einem Kastenwagen leben. Wir arbeiten in einer Notrufzentrale und koordinieren dort die Einsatzwagen. In diesem Zusammenhang erwartet man sicherlich nicht, dass Polizisten sich als wohnungslos bezeichnen wollen. Wir nennen es Polizisten Vanlife.

Wie kommt es dazu? Die Entscheidung, im Kastenwagen leben zu wollen war ein Prozess.

Zunächst packt uns schon seit eh und je die Reiselust.


Vielleicht kennst du auch diese stetige Unruhe, welche versucht dich weit weg zu ziehen. Fernweh eben!!!


Neben Touren mit dem Wohnmobil, zum Beispiel nach Schweden, zog es uns ebenso auf Wanderwege und in Wälder zum Outdoorurlaub.

In unseren Köpfen reifte die Idee, einen längeren Zeitraum auf Reisen zu gehen.

Da wir das Glück haben, beim Land Schleswig-Holstein einen Arbeitgeber vorzufinden, dem die individuelle Planung in Form von Teilzeit-Modellen sehr wichtig ist, beantragten wir ein so genanntes Sabbatical. Auf der Seite overlandtour.de sind hierzu sehr viele Informationen zu finden, zum Beispiel eine Tabelle mit Rechenbeispielen. Das Sabbatical ist ein solches Teilzeitmodel und sieht eine Anspar- und eine Freiphase vor. Wir müssen 15 Monate in Vollzeit arbeiten, bei knapp 80 Prozent der Vergütung in der Ansparphase. Danach folgt die Freiphase von 4 Monaten bei ebenso knapp 80 Prozent Gehalt. Bedeutet: 4 Monate reisen bei ordentlich Kohle.

Wir überlegten uns, dass wir in den 4 Monaten unserer Reise keine Wohnung mieten wollen. Sowohl finanziell als auch organisatorisch bedeutet eine Wohnung immer einen gewissen Aufwand. Diesen Klotz am Bein möchten wir nicht mit uns herumschleppen. Als wir bei unseren Planungen erstmal so weit waren, fragten wir uns, warum erst in der Freiphase die Wohnung kündigen.

Sabrina und ich versuchen bereits unseren Besitz zu reduzieren. Wir wollen einfacher leben, um so mehr Zeit für die uns wichtigen Dinge zu haben. So dachten wir uns, schon in der Ansparphase unsere Wohnung aufzulösen und Sachen einzulagern. Nicht erst in der Freiphase. Wir müssen eh irgendwann unsere Wohnung auflösen.

Uns ist klar, dass es nicht so wildromantisch wird, wie wir uns das vielleicht vorstellen. Zusammenleben auf engstem Raum und keine Rückzugsmöglichkeiten. Wann hat man da mal Zeit für sich? Ein kleiner Vorteil besteht hier jedoch in unserem Schichtdienst. Wir arbeiten in unterschiedlichen Schichten und geben uns 24 Stunden lang auf Arbeit „die Klinke in die Hand“ und haben dann 24 Stunden gemeinsame Zeit. So kann jeder im Viertagesrhythmus seine „Freizeit“ vom Partner genießen. Außerdem haben wir Freunde, bei denen wir immer eine offene Tür vorfinden und auch mal schlafen können. Bei den Gedankenspielen waren wir hin- und hergerissen. Wir haben lange überlegt, jedoch nicht wirklich triftige Argumente gegen ein Leben im Kastenwagen gefunden.

So haben wir uns entschieden, insgesamt 19 Monate im Wohnmobil zu leben.

Es steht fest: wir probieren es!

deine Halbnomaden

TAGS
RELATED POSTS
4 Comments
  1. Antworten

    Thomas

    13. Januar 2018

    Hallo Ihr beiden!
    Das ist eine tolle Sache was Ihr da vor habt.
    Wo habt ihr denn in der Zeit zwischen Wohnungsauflösung und Abreise das Womo stehen? Währe toll wenn ihr von dem Leben zu zweit auf dem doch relativ beengten Raum berichten würdet.

    Viel Erfolg aber vor allem viel Freude

    Grüße Thomas

    • Antworten

      Michael

      13. Januar 2018

      Hallo Thomas,

      vielen lieben Dank für den Kommentar. Es freut uns, dass du Interesse an unserem Leben in Piet hast. Wir haben für die Zeit zwischen Wohnungsauflösung und Sabbat mehrere Eisen im Feuer. In dem Artikel “Wie geht es mit den Halbnomaden weiter – Vorbereitung zum Vanlife” wird es kurz angeschnitten. Wir wollen darüber auch einen gesonderten Artikel schreiben. Bei uns kannst du 1 zu 1 verfolgen, wie es losgeht, wie wir Lösungen für Probleme finden und uns weiterentwickeln.

      LG
      deine Halbnomaden

  2. Antworten

    Lisa Ziemelbriedis

    14. Januar 2018

    Hallo liebe Halbnomaden,
    eine Frage, die sich mir immer wieder stellt (und die ich daher euch stelle, weil ihr es so handhabt) ist:
    Warum entscheidet ihr euch für die Lösung mit dem Sabbatical und nicht für “unbezahlten Urlaub”? Finanziell kommt es ja am Ende aufs gleiche raus. Aber wenn man doch vorher einfach eisern spart, bzw gute Möglichkeiten hat, sein Geld gewinnbringend anzulegen, warum verzichtet man dann auf Geld, das man ja eigentlich schon verdient hat (und lässt womöglich andere damit arbeiten)?
    Bitte nicht falsch verstehen, es ist keine Kritik. Ich habe selbst noch kein Sabbatical gemacht, spiele aber mit dem Gedanken, unbezahlten Urlaub auf Zeit zu nehmen und.. vielleicht habe ich ja einfach etwas nicht bedacht? 🙂
    Viel Erfolg euch beiden jedenfalls bei eurem Projekt, ich stöbere jetzt mal weiter 🙂

    • Antworten

      Sabrina

      14. Januar 2018

      Hallo Lisa,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Das ist eine gute Frage. Ich muss zugeben, dass wir die Möglichkeit des unbezahlten Urlaubes nicht genauer verfolgt haben nachdem eine Freundin meiner Mutter, die ebenfalls in Schleswig-Holstein Beamtin ist, erzählt hatte, dass sie sich in diesem Fall privat krankenversichern musste. Dieses war für uns vor allem finanziell gesehen, keine Alternative (ohne das genauer für unseren Beruf geprüft zu haben).
      Deinen Ausführungen zum Gehalt kann ich jedoch nicht ganz folgen. Was meinst du damit, dass man auf Geld verzichtet, welches man schon verdient hat? Kannst du das bitte nochmal genauer erläutern? Natürlich auch gerne per Mail falls es länger werden sollte 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      die Halbnomaden

LEAVE A COMMENT

Sabrina & Micha
Schleswig-Holstein, Deutschland

Hallo, wir sind Sabrina und Michael. Wir möchten dich mitnehmen auf unsere Reise. Die Reise zu mehr Freiheit und Abenteuer. In diesem Blog verraten wir dir, wie es ist, einen Beruf auszuüben und gleichzeitig ein nomadisches Leben zu führen. Es gibt hierbei viele interessante Spannungsfelder, die wir beleuchten wollen. Also komm mit... mit zu den Halbnomaden.

Suche
Flaschenpost