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Bereise Thailand nicht mit dem Rucksack! Radreise durch Thailand

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10. August 2018

In diesem Blogartikel erzählen wir dir, warum du nicht mit dem Rucksack durch Thailand reisen solltest. Ja, richtig gelesen. Wir erklären dir, weshalb es für uns die richtige Entscheidung war, gegen den Trend des “Backpackens” das “Land des Lächelns” auf eine andere Art und Weise kennenzulernen. Unser Motto lautete „Radreise durch Thailand“

Radreise durch Thailand - Sabrina meditiert am Strand


 

Im Frühjahr 2018 ging es für uns einen Monat lang nach Thailand. Während dieser fünfwöchigen Reise haben wir Erfahrungen und Eindrücke sammeln dürfen, die uns sicher noch eine Weile begleiten werden. Diese Erfahrungen haben uns zum Teil die Augen geöffnet. 

Hier soll es aber nicht darum gehen, jede Einzelheit unserer Reise zu beschreiben. Wir haben uns für dich damit beschäftigt, warum es vielleicht besser ist, das “Land des Lächelns” nicht auf die übliche Art zu bereisen. Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen.


Peer-Group-Faktor

Als erster Grund, den Rucksack stehen zu lassen, sei der “Peer-Group-Faktor” (so habe ich ihn getauft) erwähnt.

Wikipedia: ‘Als Peergroup (auch Peer-group; englisch peer group, kurz peers, Singular peer, dt: Gleichrangige) bezeichnet man eine Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Interessen (Soziale Homophilie), Alter, Herkunft oder sozialem Status mit einer wechselseitigen Beziehung zwischen Individuum und Gruppe. Der Einzelne sucht nach sozialer Orientierung, während Letztere als Bezugsgruppe dient.’

In dem konkreten Fall des “Backpackers” bedeutet das, so ziemlich jeder Einzelne kann sich wegen seines gemeinsamen Interesses, das Land mit dem Rucksack zu entdecken, miteinander identifizieren. Und das passiert häufig auch. Man trifft sich und schnackt miteinander. Reist eine gewisse Zeit zusammen und partizipiert voneinander. Das ist ja auch nicht negativ. Bei meiner ersten Thailandreise war ich auch als “Backpacker” unterwegs und habe es genossen unter “Gleichgesinnten” zu sein. Es macht schon Spaß, über die Erfahrungen zu berichten und Tipps auszutauschen. Gemeinsam ein Bierchen in der Beach-Bar zu schlürfen und über Gott sowie den Weltfrieden zu sinnieren.

Der in unseren Augen jedoch anstrengendere Part dieses gemeinsamen Interesses ist jedoch, dass der Rucksackreisende ein Rudeltier ist. Für mich bedeutete dies, dass ich auf meiner ersten Tour durch Thailand viele Europäer, aber kaum Einheimische kennengelernt habe.

Es mag sicherlich zusätzlich daran gelegen haben, dass ich zum ersten Mal solch eine Radreise durch Thailand unternommen und mir das “Backpacking-Mekka” ausgesucht habe. Jedoch hatte ich nach 3 1/2 Wochen nicht das Gefühl, Land und Leute wirklich kennengelernt zu haben.

Unter anderem aus diesem Grund, entschieden wir uns Thailand mit den eigenen Fahrrädern zu entdecken. Einen Monat lang sollte es mit Zelt und Hängematten durch das Königreich gehen. 

 


Wir wollen Entdecker sein!

Ohne vorher geplant oder uns genau damit beschäftigt zu haben, schliefen wir in den Hängematten und im Zelt. 

Radreise durch Thailand - der Morgen nach der ersten Nacht - im Tempel - im ZeltUnser Weg durch wenig touristisch erschlossene Gebiete ergab so manch spannende Übernachtung. So war es der Tip eines Thailänders, der uns am ersten Tag im Fahrradsattel in einen buddhistischen Tempel führte. Dort schlugen wir unser Innenzelt auf dem überdachten Zeremonienplatz auf und konnten zu unserer Erleichterung Toiletten und Wachbecken benutzen. Das war ein unbeschreibliches Erlebnis. 

Radreise durch Thailand - Sonnenaufgang aus der Hängematte An einem der folgenden Tage folgten wir unserem Instinkt und einer Handy-App. Mit dieser Kombination fanden wir einen Zeltplatz in einem Naturreservat namens Khao Sam Roi Yot. Dort durften wir für ein paar Cent unsere Hängematten aufbauen und die Nacht am Strand zwischen den Bäumen verbringen. Wir denken, dass wir diesen Platz als Rucksackreisende nie gefunden hätten, da unsere Route eine ganz andere gewesen wäre. Radreise durch Thailand - Sonnenaufgang aus der Hängematte

An einem unserer Ruhetage der Radreise durch Thailand wählten wir ein Luxus-Resort mit allem drumherum. Es war so toll, nach anstrengenden Tagen auf den Bikes in einem Pool mit Meerblick die Glieder zu entspannen. 

 

 

Radreise durch Thailand - 1 Tag Auszeit in einer Luxusunterkunft

In Hua Hin konnten wir bei dem Deutschen Dzevat Durgut in seiner dortigen Kiteschule nächtigen.  Kitesurfer halten eben überall zusammen. Im dazugehörigen Restaurant der Hangtime Lounge von Joe bekamen wir eines der besten veganen Frühstücke auf unserer Tour. Es gefiel uns dort so gut, dass wir kurzerhand eine Nacht länger dort blieben, bevor es wieder in den Sattel Richtung Süden ging.

 

Panorama von Bangkok bei Nacht

Die letzte Woche in Thailand gab uns ein deutscher Pfarrer namens Jörg in Bangkok Obdach. Er ist dort Vertreter der katholischen Kirche und lebt in einem Pfarrhaus mitten in Bangkok. (hier gehts zur Website der Kirche in Bangkok)

Radreise durch Thailand - Selfie mit Jörg nach einer Fahrradtour durchs Bangkoks grüne LungeDank seiner Freundschaft zu einem Thailänder namens Toy konnten wir mit diesem ohne größeren Aufwand unsere Visa verlängern. Und das liest sich wesentlich leichter, als es in Wirklichkeit ist. Die Einwanderungsbehörde in Bangkok ist größer als das Airport-Gebäude in Hamburg. Zudem besuchten wir einen Tag lang mit Toy dessen Heimatstadt Ayuthaya. Die ehemalige Hauptstadt Thailands mit einem Einheimischen zu erkunden gab uns eine völlig neue Perspektive zur thailändischen Kultur. Wir besuchten diverse alte sowie neue Tempel und ließen uns von einem Mönch segnen. Wir kauften vom Curry-Dealer seines Vertrauens einen 2-Kilo-Vorrat für zu Hause und gingen sehr nobel zum Mittagessen.

Dieser ganze Tag mit Toy war eines der Highlights unserer gesamten Reise. Wir erhielten einen sehr nachhaltigen Einblick in sein Land und in die Denkweise der Menschen, die dort leben.

Und am Ende unserer Radreise durch Thailand hatten wir eben dieses erfüllte Gefühl, die Entdecker zu sein, die wir zu Beginn der Reise sein wollten.

 


Nur mit dem Rad! – Oder doch nicht?

Radreise durch Thailand - Ausblick Koh ChangIm Unterschied zum Rucksackreisenden überwanden wir die Distanzen mehr oder weniger per Fahrrad. Unser Blickwinkel war der aus der Sattelperspektive. Slowtravel lautete das Stichwort. Auch an den jeweiligen Destinationen waren wir mit dem Fahrrad anders unterwegs. Anstatt mit dem Leihroller durch den Urwald zu knattern, haben wir die Umgebung durch Pedaltritt genossen.

 

Radreise durch Thailand - Micha als SkulpturAber trotzdem blieb uns die Möglichkeit erhalten, die anderen Verkehrsmittel zu nutzen. Um aus Bangkok zu kommen, mieteten wir uns ein so genanntes Songtheaw. Ein Pickup mit Sitzgelegenheiten. Wir nahmen den Bus, um einmal die Küste von Ost nach West zu wechseln. Auch für den Rückweg nach Bangkok fuhren wir über Nacht mit einem Reisebus. Zwischenzeitlich gehörten Fähren und der Zug zu unseren Transportmitten. Und nie gab es ein Problem mit unseren Fahrrädern, dass diese nicht mitkamen.

 


Daumen hoch

Ein weiterer Grund, der für eine Radreise durch Thailand spricht, ist der Exoten-Status. Mit dem Drahtesel gehört man in diesem Land zu einer seltenen Spezies. Das hat zur Folge, dass wir häufig von Einheimischen auf das Gefährt ohne Verbrennungsmotor angesprochen wurden. 

So kam es zum Beispiel dazu, dass ein Einheimischer uns in Chumphon ansprach und wir eine Unterhaltung über Fahrradfahren und Radrennen führten. Anschließend schenkte er uns thailändisches Fingerfood.

Radreise durch Thailand - Selfie mit EinheimischenAuch zeigten sich die Thailänder sehr an unserer Tour interessiert. Immer wieder ernteten wir Kopfschütteln und zugleich Bewunderung, wenn wir von unserer Reise berichteten. Häufig erfuhren wir in solchen Gesprächen von tollen Übernachtungsplätzen oder Unterkünften, welche wir anschließend auch auswählten.

Zudem ernteten wir nicht gerade wenige „Daumen nach oben“ der passierenden Fahrzeuge. Das waren wirklich tolle Gesten und sie halfen uns, bei deutlich über 40 Grad unseren Weg fortzusetzen. 

 


Radreisende unter sich

An dieser Stelle noch ein paar Worte zum Peer-Group-Faktor. Denn diesen gibt es natürlich auch für Radreisende. Das soll bedeuten, dass man sich als Fahrradfahrer mit Radreisenden genauso identifiziert, wie sich Backpacker miteinander verstehen. Diese positive Seite des Peer-Group-Faktors hatte in unserem Fall mehrere Begegnungen zur Folge.

So trafen wir ein Paar aus Australien, mit denen wir uns einen Campground direkt am Meer teilten. Wir hingen mit den Hängematten zwischen den Bäumen und sie schliefen im Zelt. Briana und Nick haben schon sehr viele Radreisen unternommen. Mit sehr wenig Gepäck und umso mehr Leichtigkeit durchqueren sie ein Land nach dem anderen. Sie sind noch immer mit dem Rad unterwegs. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Briana und Nick in Albanien unterwegs. (hier gehts zu den Instagramprofilen von Briana und Nick ).

Ein weiteres tolles Paar, Wally und Harry aus Belgien, luden uns kurzerhand ein, sie während unserer Freiphase zu besuchen. Wir lernten die beiden in der schon erwähnten Luxusunterkunft kennen. Sie leben in Spanien in der Nähe von Malaga. Auf das Wiedersehen freuen wir uns schon sehr.

Treffen mit anderen RadreisendenTreffen mit anderen Radreisenden

 

 

 

 

 

 

 

 

Radreise durch Thailand - Selfie mit Aga

 

Ein ganz besonders tolles Erlebnis war die Zeit mit einer polnischen Radreisenden namens Aga. Sie war allein mit ihrem Rad unterwegs. Wir trafen sie zum ersten mal auf dem Zeltplatz, auf welchem wir auch Briana und Nick kennenlernen durften. Mit Aga ergab sich später aber auch ein weiteres Treffen auf der Insel Koh Chang (Adamanensee). Hier hatten wir ein paar sehr schöne gemeinsame Tage und tolle Gespräche. (hier gehts zum Instagramprofil von Aga)

 


Abschließend bleibt uns nur, ein durchweg positives Resümee unserer Radreise durch Thailand zu ziehen. Es war genau die richtige Entscheidung Thailand mit den Fahrrädern, den Hängematten und dem Zelt zu bereisen. Wir waren sowohl was die Unterkünfte als auch die Transportmittel betraf sehr flexibel. Uns haben die Drahtesel diverse Türen und Herzen geöffnet. Diese Reise wird noch sehr lange unser Begleiter sein, wenn wir mit dem Rad unterwegs sind.

Falls du auch eine ähnliche Reise, mit vergleichbaren Eindrücken unternommen hast oder planst, hinterlass uns doch einfach einen Kommentar oder schreib uns auf einem der vielen Wege an. Wir würden uns freuen.

Hier geht es zu unserem Artikel, der sich mit der Packliste für diese Radreise durch Thailand beschäftigt.

 

deine Halbnomaden

Radreise durch Thailand - Selfie am Strand auf Koh Phangan

 

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Sabrina & Micha
Schleswig-Holstein, Deutschland

Hallo, wir sind Sabrina und Michael. Wir möchten dich mitnehmen auf unsere Reise. Die Reise zu mehr Freiheit und Abenteuer. In diesem Blog verraten wir dir, wie es ist, einen Beruf auszuüben und gleichzeitig ein nomadisches Leben zu führen. Es gibt hierbei viele interessante Spannungsfelder, die wir beleuchten wollen. Also komm mit... mit zu den Halbnomaden.

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