Roadtrip durch Schweden: Fähre
Roadtrip durch Schweden: Fahrradfahren mit Sabrinas ehemaligen Gasteltern aus Schweden
Roadtrip durch Schweden: Mobi und Kite direkt am Spot
Roadtrip durch Schweden: Micha blickt von einem Aussichtspunkt auf das Meer
Roadtrip durch Schweden: Kitesurfen auf dem Meer - ganz allein
Roadtrip durch Schweden: Kitesurfen auf dem Meer
Roadtrip durch Schweden: selbst gefangen Hecht
Roadtrip durch Schweden: selbst gefangener und gebratener Hecht
Roadtrip durch Schweden: Abendessen am ersten Übernachtungsplatz unter dem Tarp
Roadtrip durch Schweden: Wandern im Glaskogen Reservat
Roadtrip durch Schweden: Kitesurfen auf dem Vännern
Roadtrip durch Schweden: Hängematte auf der Fähre
Aktivitäten Reisen

“Kiting and hiking with the moose” – Roadtrip durch Schweden

on
26. Dezember 2017

Wie du vielleicht feststellen wirst, hat dieser Artikel nichts mit unserem nomadischen Leben an sich zu tun. Da unser Blog gerade erst online und unser Leben im Kastenwagen ja noch gar nicht richtig losgegangen sind, haben wir uns gedacht, dass wir erst einmal von unserem Roadtrip durch Schweden erzählen. Denn schließlich sind unsere Urlaube und Trips der Grundstein für unseren nomadischen Plan.

Und nun…viel Spaß beim Lesen.


Im Sommer 2017 waren wir dreieinhalb Wochen mit unserem “alten” Kastenwagen namens “Mobi” in Schweden unterwegs.

 

 

Zunächst ging es mit der Fähre von Travemünde bis Trelleborg, wo bereits Sabrinas Gasteltern ungeduldig auf uns warteten. Sabrinas Gasteltern wirst du dich eventuell fragen. Ja, Sabrina hat knapp ein Jahr in Schweden gelebt und ist dort zur Schule gegangen. Dementsprechend spricht sie Schwedisch und kennt sich ein wenig mit den schwedischen Gepflogenheiten aus.

 

 

Nach einem sehr guten Abendessen in einem Restaurant ging es am nächsten Morgen mit den Fahrrädern an die Ostsee, um so richtig schön in Urlaubsstimmung zu kommen. Bei strahlendem Sonnenschein zeigten uns Sabrinas Gasteltern die schönsten Ecken um und in Höllviken am südwestlichen Zipfel von Schweden. Einfach nur schön. Im Süden von Schweden ähnelt die Landschaft der von Mecklenburg-Vorpommern, wie wir finden.

Tagsdarauf ging es dann aber endlich los. Wir konnten es kaum erwarten. Aufgeregt wie kleine Kinder vor einem großen Abenteuer. Der Roadtrip startete. Mit Sack und Pack fuhren wir an der Westküste Schwedens in Richtung Glaskogen Naturreservat, wo sechs Tage Wanderung mit Hängematten und Tarps auf uns warteten.

 

 

Bei den Zwischenstops am Meer konnte ich auch zum ersten Mal in Schweden Kitesurfen gehen. Ich kann dir sagen…. einfach nur geil!!! Direkt mit dem WoMo an den Strand, aufbauen und loslegen. Ich hatte den kompletten Spot für mich und traumhafte Bedingungen. Es schien so, als sei der Hype um diese Sportart in Schweden noch nicht angekommen.

Da an diesem Strand das Nächtigen verboten war, zogen wir für die Nacht ein kleines Stück weiter gen Norden und genossen in einem Naturreservat Stockbrot und Astra aus der Dose.

Wir waren erst ein paar Tage in Schweden und hatten den Kopf schon voller unvergesslicher Erlebnisse und Eindrücke.

Was mir noch fehlte auf unserem Roadtrip durch Schweden, war einen Fisch zu fangen und diesen essbar zuzubereiten. Hört sich animalisch an, ist es auch. Es war dann auch ein super Gefühl, als Nicht-Angler einen stolzen Hecht an Land zu ziehen. Nachdem ich mich bei ihm bedankt hatte, dass er uns den Magen füllt und dafür sein Leben lassen wird, erlöste ich ihn schnell und bereitete ihn fürs Grillen vor.

 

 

Da wir uns mittlerweile vegan ernähren, war dieses wohl der letzte Fisch, der bei uns auf den Grill kam. Trotzdem möchte ich diese Erfahrung nicht missen. Denn so bekamen wir einen wesentlich besseren Bezug zur Nahrung. Ein Lachsfilet aus dem Tiefkühler ist schnell gekauft. Einen Hecht zu fangen und ihn zu töten dagegen eine Überwindung.

Genug zum Fischfang. Zurück zu weiteren Abenteuern.

 

 

Denn auf uns wartete noch eine sehr große Herausforderung: sechs Tage Wandern in der “Wildnis”. Hierzu fuhren wir zum bereits erwähnten Glaskogen Naturreservat, stellten Mobi ab und setzten uns tonnenschwere Rucksäcke auf. Im Nachhinein betrachtet müssen wir bekloppt gewesen sein, für sechs Tage an die zwanzig Kilo herumzuschleppen. Jeder!!!

(Wir sparen uns hier lieber eine detaillierte Packliste, da wir inzwischen einige Optimierungen vorgenommen haben. Es wird bestimmt eine Gelegenheit geben, eine „neue“ Packliste hier zu veröffentlichen. Falls du dennoch Interesse daran hast, was wir mitgenommen haben, schreib uns einfach an oder hinterlasse einen Kommentar.)

 

 

Es waren trotz der Strapazen unvergessliche Momente, die uns vor Augen geführt haben, wie wenig wir zum (Über-) Leben brauchen. Wir übernachteten in unseren Hängematten oder in einem Windschutz, den es an fast jeder Feuerstelle gab. Wir aßen Tütenfutter aus dem Supermarkt und Dosenbrot. Dosenbrot wiegt übrigens gefühlt Tonnen, wenn man es über Stock und Stein schleppen muss. So war es ein Hochgefühl, dass die Rucksäcke von Tag zu Tag, von Essen zu Essen leichter wurden. Es ist erstaunlich, auf was wir uns in den Tagen der Wanderung reduziert haben. In Gesprächen ging es häufig um die existenziellen Dinge. So freuten wir uns bereits am Abend, dass es am Morgen warmen „Haferschleim“ geben werde. Es schmeckte auch fast alles viel besser als zu Hause. Am dritten Wandertag hatte dann Sabrina ein für Menschen mit langen Haaren typisches Anliegen: sie wollte Haare waschen. Ich mit meinem spärlichen „Bewuchs“ konnte das natürlich nicht nachvollziehen. Der Zugang zum See war an unserem Platz für die Nacht aber alles andere als eine Badestelle und eigenete sich nicht für eine Wäsche. Es ging gerade so mit Wasserholen. Also baute ich kurzerhand aus einem unserer Wasserbeutel vom Wasserfilter eine Dusche und machte meine Freundin glücklich.

Einen Tag vor Ende der Wandertour passierte dann, was nicht passieren darf: die Sohle an einem von Sabrinas Wanderschuhen begann sich zu lösen. Dazu muss gesagt werden, dass diese Schuhe schon einige Wanderungen (u. a. Alpen, Norwegen und Schweden) hinter sich hatten und ca. zehn Jahre alt waren. Zu Hause wäre das natürlich kein Problem gewesen… aber in der schwedischen Wildnis schon!!! Verzweiflung machte sich breit. Ich versuchte mich auf die urmenschlichen Skills zu besinnen und fragte mich, wie haben die das früher gemacht… Bing… Ich hatte eine Idee: ich suchte Baumharz von Nadelbäumen. Zusammen löffelten wir eine Dose Wurst leer und kochten das Harz in der nun leeren Dose zu einem klebrigen Brei. Diesen gossen wir dann in den Spalt des Schuhs. Et voilà: es hielt!!! Mac Gyver kann einpacken!!! So konnten wir die restliche Strecke bis zu unserem Ausgangspunkt bewältigen.

 

 

Nachdem wir die Zivilisation wieder erreicht hatten, ging es für uns mit einem Zwischenstopp an einem Ausleger des Vännern in Richtung Stockholm. Bei diesem Zwischenstopp konnte ich auch wieder meiner Leidenschaft frönen und auf dem See Kiten gehen. Natürlich mutterseelenallein. Mann, war der kalt. Bei schwierigen Bedingungen war es aber trotzdem ganz gut. Eigentlich herrschten super Windverhältnisse, jedoch kam es durch eine Baumreihe nahe des Ufers zu starken Turbulenzen. Ich liebe dieses Gefühl beim Kiten, gerade noch so die Kontrolle zu haben. Für Sabrina waren die Bedingungen aber zu wechselhaft. So machte sie tolle Bilder und filmte meinen „Ritt“ auf dem See.

In der Nähe von Stockholm trafen wir uns bei unserem Roadtrip durch Schweden dann mit deutschen Freunden, die in Schweden leben und arbeiten. Zusammen machten wir noch ein paar Ausflüge in und um Stockholm.

So konnten wir zum Beispiel im stockholmer Vergnügunspark „Gröna Lund“ ein Open Air Konzert der Band „Flogging Molly“ genießen. Super Kulisse, super Band. Witzig hierbei war, dass der Frontmann vor und nach fast jedem Lied mit dem Publikum prosten wollte. Jedoch hatte fast keiner Bier oder Ähnliches in der Hand, weil in Schweden eine ziemlich strenge Alkoholpolitik gefahren wird.

 

 

Schließlich ging es gegen Ende unserer Reise Non-Stop von der schwedischen Hauptstadt nach Trelleborg, wo wir am nächsten Morgen wieder auf die Fähre mussten. Bei einer entspannten Fährfahrt konnten wir die Erlebnisse sehr relaxed Revue passieren lassen.


Wenn dir dieser Artikel gefallen hat und du mehr davon willst, dann bleib am Ball. Bald fliegen wir nach Thailand und werden einen Monat lang mit den Fahrrädern das Land erkunden. Natürlich sind auch wieder unsere Hängematten dabei.

Hinterlasse uns auch gern einen Kommentar mit deinen Eindrücken von ähnlichen Trips.

deine Halbnomaden

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Sabrina & Micha
Schleswig-Holstein, Deutschland

Hallo, wir sind Sabrina und Michael. Wir möchten dich mitnehmen auf unsere Reise. Die Reise zu mehr Freiheit und Abenteuer. In diesem Blog verraten wir dir, wie es ist, einen Beruf auszuüben und gleichzeitig ein nomadisches Leben zu führen. Es gibt hierbei viele interessante Spannungsfelder, die wir beleuchten wollen. Also komm mit... mit zu den Halbnomaden.

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